FinanzlexikonLIBOR | Libor Zinssatz | London Interbank Offered Rate

LIBOR | Libor Zinssatz | London Interbank Offered Rate

Definition: Was ist der Libor?

Der Libor ist ein in der Finanzindustrie verwendeter Referenzzinssatz. Die Abkürzung L-IB-OR steht für englisch London-Inter-Bank-Offered-Rate. Der Libor ist also jener Zinssatz, zu dem sich Grossbanken auf dem Bankenplatz London gegenseitig Geld zur Verfügung stellen. Der Libor wird täglich um 11.00 (CET) für verschiedene Währungen und Laufzeiten ermittelt. Verantwortlich für den Libor ist der British Bankers Association BBA. Verantwortlich für die tägliche Publikation ist der Nachrichtendienst Thomson Reuters.

 

Berechnung Libor- Wie kommt der Libor zustande?

Der Bankenverband BBA bestimmt für jede Währung, die berechnet wird ein Banken-Komitee. Diese Banken melden jeden Tag bis 11.00 Uhr ihre Zinssätze für die unterschiedlichen Laufzeiten in der entsprechenden Währung an Thomson Reuters. Diese berechnen daraus die Durchschnittszinssätze, wobei die höchsten  und tiefsten Meldungen gestrichen werden, um Ausreisser zu vermeiden. Um 12.00 werden die Sätze im Internet und via Reuters publiziert.

Der Libor wird für folgende Währungen berechnet:

USD
GBP
EUR
JPY
CHF
CAD
AUD
NZD
DKK
SEK

Der Libor wird für folgende Laufzeiten berechnet:

Overnight
1 und 2 Wochen
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 und 12 Monate

Banken-Komitee:
Für jede Währung gibt es ein Banken-Komitee. Per Juni 2012 waren beispielsweise folgende Banken im CHF-Komitee:

 

  • Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ Ltd
  • Barclays Bank plc
  • Citibank NA
  • Credit Suisse
  • Deutsche Bank AG
  • HSBC
  • JP Morgan Chase
  • Lloyds Banking Group
  • Société Générale
  • The Royal Bank of Scotland Group
  • UBS AG

 

Abfrage aktuelle Libor Zinssätze

CHF LIBOR Zinssatz - Schweizer Franken LIBOR
USD LIBOR Zinssatz - United States Dollar LIBOR
EUR LIBOR Zinssatz - Europäischer Euro LIBOR

 

Anwedung - Wo wird der Libor-Satz verwendet?

Die Libor-Zinssätze gelten als Referenzzinssatz für zahlreiche Zinspapiere und Darlehen in Europa.

So gibt es Libor-Darlehen - ein Kredit bei dem der Libor-Satz als Berechnungsgrundlage für den Zins gilt. Auch Libor-Hypothekar-Kredite sind gebräuchlich, also ein langfristige Hypothek zur Immobilenfinanzierung, auf dem ein kurzfristiger Libor-Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit als Berechnungsgrundlage für den Zins gilt. Dieser Schuldzins wird in regelmässigen Abständen (zum Beispiel dreimonatlich) dem aktuellen Libor-Zinssatz angepasst. Als Kreditnehmer können Sie so von den sehr tiefen Zinssätzen für kurzfristige Gelder auf ihrem Kredit profitieren. Doch Achtung: steigen die kurzfristigen Zinssätze plötzlich an, steigen auch die Kreditzinsen für Ihr Libor-Darlehen. Falls Sie also von tiefbleibenden oder sinkenden Zinsen ausgehen, lohnt sich ein Libor-Darlehen. Rechnen Sie aber mit steigenden Zinsen, ist es besser einen fixen Zinssatz für die gesamte Laufzeit zu vereinbaren.

Auch Zinspapiere, wie kurzfristige Geldmarktpapiere und langfristige Anleihen am Kapitalmarkt, können die Verzinsung nach dem Libor-Satz ausrichten. Bei Anleihen mit variabler Verzinsung spricht man auch von Floating-Rate-Notes (FRN) oder Floaters. In der Ausgestaltung können diese Papiere sehr unterschiedlich sein: Mit oder ohne Mindestzinssatz, Maximaler Zinssatz, Aufschlag oder Abschlag zum Libor usw. Machen Sie sich mit den Bedingungen vertraut, bevor sie investieren. Der grösste Vorteil solcher Libor-Anlagen ist, dass Sie im Falle steigender Zinsen ebenfalls in den Genuss einer höheren Verzinsung kommen.

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